wie lese ich die Bibel?

 

Es ist von grosser Wichtigkeit, dass wir uns beim Bibellesen vom Geist führen und leiten lassen, und nicht am Buchstaben hängen bleiben, sonst besteht die Gefahr, dass wir die Bibel entsprechend unserer eigenen Gedankenmuster interpretieren, anstatt dieselben vom Geist verändern zu lassen. Folgende Bibelstellen bringen dies zum Ausdruck:

 

2. Korinther 3,6. Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig und erfrischt.

Johannes 16, 13: Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten.

Römer 12,2 Richtet euch nicht länger nach den Massstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist.

Matthäus 4,4: Du kannst nicht nur vom Essen leben und daraus deine Energie beziehen, sondern vielmehr brauchst Du das Wort von Gott, welches direkt aus seinem Mund kommt.

Johannes 6,63: Der Geist ist es, der lebendig macht und den Samen zum Spriessen bringt. ‚Der Same aber ist das Wort Gottes‘ (Luk. 8,11). Von der menschlichen Natur kann man hingegen gar nichts profitieren. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und Leben in Hülle und Fülle.

 

Gottes Wort ist also Nahrung für den Geist. Da Gott ein Gott des Überflusses ist, kann sein Wort mit einem reichhaltigen und gesunden Mehrgang-Menü verglichen werden, und nicht etwa mit einem Fast-Food Essen :-) . Wenn man ein 5-Gang-Menü in zehn Minuten verschlingt, kann man es nicht geniessen und auch nur wenig davon profitieren. Deshalb empfehle ich, sich genügend Zeit zu nehmen, um die von Gott gegebene Delikatesse zu geniessen. Das Lesen selbst kann man als Nahrungsaufnahme durch den Mund betrachten, das Meditieren würde dann dem Verdauungsprozess entsprechen. Durch das Verdauen werden die Nährstoffe dem Körper zugeführt, wodurch er gestärkt wird und funktionsfähig bleibt. Durch Meditation über Gottes Wort kann es sich mit unserem Glauben vermischen, was uns befähigt, „im Geist“ und nicht „im Fleisch“ zu leben.

 

Beim Bibellesen gibt es meiner Ansicht nach zwei Vorgehensweisen: Man füllt in seinem Verstand Wissen an und füttert das Hirn, oder man lässt sich im Herzen berühren und wird dadurch von innen heraus verändert. Obwohl Ersteres nichts Schlechtes ist und durchaus seinen Platz hat, so denke ich, dass die zweite Variante doch die viel entscheidendere ist. Gott schaut ja bekanntlich auf das Herz, und nicht auf das Hirn. Da die westliche Gesellschaft sehr stark vom griechisch-rationellen Denken geprägt ist, kann es einiges an Übung brauchen, um wieder besser mit dem Herz verstehen zu können.

 

Mit dem Herz zu lesen bedeutet für mich auch, in eine andere Welt eintauchen zu können, so wie auch Kinder in einer anderen Welt leben, weil sie weniger im Rationellen leben, oder wie Jesus in Johannes 18,36 sagt: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“. Das „in die andere Welt hineinkommen“ hängt mit dem Vorstellungsvermögen zusammen. Durch das Bibellesen erhalten wir Informationen aus einer anderen, nämlich der spirituellen Welt. Wenn wir diese Informationen als wahr betrachten, so haben wir dadurch die Möglichkeit, unsere Vorstellungswelt entsprechend zu verändern => wir beginnen, in einer anderen Welt zu leben.

Jedoch wird durch den vielen Medienkonsum das eigene Vorstellungsvermögen beeinträchtigt und träge. Ausserdem hat der „gefallene“ Mensch die Eigenheit, sich Systeme und Methoden zu Recht zu legen, was ihm ermöglicht, Kontrolle auszuüben. Als Resultat davon ist man nicht mehr bereit, seine fixen und grundlegenden Vorstellungen zu überdenken und bei Bedarf auch über Bord zu werfen. Dies blockiert das Vorstellungsvermögen, weil man ja genau weiss, wie der Hase läuft: Eben nach dem altbekannten System. Hierzu sagt Jesus in Matthäus 18,3: „Ganz sicher sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, könnt ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen“. Kinder haben ein sehr lebendiges Vorstellungsvermögen und sind auch noch nicht darin fixiert.

Je nachdem, wie verrostet das eigene Vorstellungsvermögen ist, kann es einiges an Öl und Bewegungsübungen brauchen, bis dieses wieder rund läuft und voll funktionsfähig ist. Kombiniert man das mit den bereits erwähnten Bildern der „Indianer-Vila“ und dem 5-Gang-Menu, bedeutet dies folgendes: Es braucht Zeit und Bereitschaft zur Veränderung. Es geht aber nicht um Leistung, sondern um Investition, oder wie die Bibel auch sagt, ums Säen. Jeder Mensch hat pro Jahr auf die Sekunde genau gleich viel Zeit, die Frage ist bloss, wie wir sie investieren.

Wie liest man also die Bibel? Am besten, indem Du Dir zwei oder drei Stunden Zeit nimmst, Dich in Ruhe vor den Kamin setzt, und mit Hilfe von positiven Bibelversen in eine neue Vorstellungswelt eintauchst. Dies klappt umso besser, je mehr wir uns von der Vergangenheit („es klappt nicht“) und der Zukunft (Sorgen) lösen können. In Gottes Gegenwart kommt man am besten, wenn man sich in der Gegenwart befindet :-) .

Ausserdem ist es wie beim Fernsehen: Man sollte nicht gleichzeitig auf ZDF ein Komödie und auf RTL einen Horrorfilm schauen. Das sorgt für reichlich Verwirrung, und man tendiert dazu, dem Negativen mehr Beachtung und folglich auch Glauben zu schenken. Oder wie Gott es in Matthäus 17,5 sagt: „Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören!".

 

Zum Schluss dieses Kapitels noch folgende Gedanken: Johannes sagt, dass Jesus das Wort Gottes ist. Paulus sagt, dass Christus ein Mysterium ist, und dass wir nicht länger unter dem Gesetz leben müssen. Wie wäre es, wenn wir das Wort Gottes mal als mystisches Buch lesen würden, und darin nicht nach neuen Gesetzmässigkeiten suchen, welche wir mit dem rationellen Verstand genau kategorisieren und kontrollieren können?

 

Wir schreiben über das Wort des Lebens in absoluter Fülle, welches der Ursprung war und von Anfang an existierte.

Dieses Wort, welches wir gehört und dadurch auch verstanden haben, welches wir mit unseren eigenen Augen gesehen und durch praktische Erfahrung kennengelernt haben

Dieses Wort, welches wir aufmerksam betrachtet und wahrgenommen haben, und mit unserer eigenen Händen berührt und gespürt haben.

Dieses Wort, auf welches wir uns fest konzentriert haben, wodurch wir von ihm stark beeinflusst wurden.

1. Johannes 1,1

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